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Výstava výtvarnej skupiny A-R v Berlíne

Ausstellung „Gruppe A-R und Gast“

20.6.2018 | Kultúrna diplomacia | Kultúrna prezentácia | Prezentácia Slovenska v zahraničí |

Die Botschaft der Slowakischen Republik und das Slowakische Institut in Berlin haben am 19.6.2018 die Ausstellung der künstlerischen Gruppe A-R und ihres Gastes in der Botschaft der Slowakischen Republik in Berlin eröffnet. Gruppe Avance-Retard zählt heute 7 Mitglieder: Klára Bočkayová, Milan Bočkay, Vladimír Kordoš, Otis Laubert, Marian Meško, Igor Minárik, Marián Mudroch, als Gast wurde Eva Cisárová-Mináriková eingeladen.
Es geht um generationsmäßig zwar nahestehende, aber durch die bildkünstlerische Ausrichtung absolut unabhängige Künstler (Rudolf Fila). Kurator und Intiator der Ausstellung ist der bekannte Dissident und späterer Politiker, Dr. František Mikloško gewesen.  Die Ausstellung dauert bis zum 5. Oktober 2018.

 

„Genau vor vierzig Jahren, im Frühjahr 1978, ein Jahr nach der Entstehung von Charta 77, als die kommunistische Macht ihren ideologischen Druck verstärkte, haben wir im Institut für Technische Kybernetik in Bratislava eine Ausstellung von sieben jungen Künstlern, die offiziell nicht ausstellen durften, organisiert. Damals ahnten wir nicht, dass diese Menschen den Kern der Gruppe A – R (Avance – Retard, offiziell entstanden im Jahr 1990) bilden werden, die heute, nach 40 Jahren, hier in Berlin ausstellt. Milan Bočkay, Klára Bočkayová, Otis Laubert, Marián Meško, Igor Minárik, Marián Mudroch, Vladimír Kordoš und heute gesellte sich zu ihnen noch die Ikone der zeitgenössischen slowakischen Tapisserie, Eva Cisárová-Mináriková. Es gibt hier keinen Raum dafür, fachmännisch zu beschreiben, was den Inhalt des bildnerischen Sehens jedes einzelnen von ihnen bildet. Das, was sie neben der lebenslangen Freundschaft in eine Gruppe verbindet, ist das Bewegen in den Grenzlagen ihrer künstlerischen Forschung. Klára Bočkayová interessiert das Erforschen an der Grenze zwischen Kitsch und Kunst, Milan Bočkay die Grenze zwischen dem Wirklichen und dem Vorgetäuschten, Igor Minárik bewegt sich an der Grenze zwischen Geste und Konstruktion, das Werk von Marián Meško lässt durchblicken, dass es noch andere bildkünstlerische Schichten, Ebenen und Ahnungen gibt. Otis Laubert transportiert bedeutungslose, meistens gefundene Gegenstände in die Welt der Kunst, Marián Mudroch deckt die Grenzstellen „in Richtung nach innen“ auf, Vlado Kordoš bewegt sich ebenfalls mit seinen Aktionen an der Grenze der klassischen Werke und ihrer Interpretation. In ihrem späteren Schaffen neigt zu diesen Themen auch Eva Cisárová-Mináriková, wenn sie künstlerisch die Welt der Notizbücher, Fibeln und ähnliches kommentiert.
Der künstlerische Weg dieser Autoren ist begleitet von zahlreichen Individual- und Kollektivausstellungen in der Slowakei sowie im Ausland. Da sie in der Zeit des Kommunismus nicht offiziell ausstellen durften, haben sie, dank vielen Enthusiasten, in den Vestibülen verschiedener Institutionen und in Privatwohnungen ausgestellt. Nach dem Fall des Kommunismus stellten sie an vielen Orten in der Slowakei aus, im Ausland erwähne ich Ulm, Passau, Brünn, Prag, Esztergom, Budapest, Zürich, Sežana, Rom, Florenz, Washington, New York, Krakau, Wien.


Die Künstler der Gruppe A - R haben sich in der Zeit des Kommunismus maßgeblich an der Schaffung der unabhängigen kulturellen und gesellschaftlichen Atmosphäre in der Slowakei und in Tschechien beteiligt. Es waren unabhängige Ausstellungen und Begegnungen im Privaten; diese Künstler waren Bestandteil einer einmaligen Ära, in der ausgewählte Maler und Grafiker gemeinsame Alben ihrer Arbeiten organisiert haben, die sie untereinander austauschten. Legendär wurde bereits das alljährliche Verschicken von Neujahrsgrüßen, die kleine, originelle Artefakte waren. Heute bilden diese Kunstalben und Kollektionen von künstlerischen Neujahrsgrüßen kostbare Sammlungen der unabhängigen bildenden Kunst in der Slowakei und in Tschechien in Zeiten des Kommunismus sowie in der Freiheit.


Diese Generation der bildenden Künstler, trotz des ständigen Drucks der kommunistischen Geheimpolizei, bestand alle Prüfungen der kommunistischen Ära und hat ihre künstlerische sowie menschliche Unabhängigkeit auch nach dem Fall des Kommunismus nicht verloren. Neben den christlichen und Umweltdissidenten bildeten diese Künstler in der Zeit des Kommunismus und danach eine wichtige Linie des unabhängigen geistigen und künstlerischen Lebens in der Slowakei, sowie in der damaligen Tschechoslowakei. Im Jahr 1993 gründeten sie den Jahrespreis der Vereinigung A - R Christmas - ein Album von Werken der Mitglieder der Gruppe A - R und der Preisträger, das sie lange Zeit alljährlich Persönlichkeiten aus Kunst und Kultur übereigneten.


Das Lebenswerk der Ausstellenden, ihr Engagement auf dem Feld der Kultur in der Zeit des Kommunismus und danach, ihre Zivilcourage, bilden die „Geschichte der Gruppe A - R“, die in den slowakischen Realien mit kaum etwas anderem vergleichbar ist.


Die Berliner Mauer ist das Symbol für den Fall des Kommunismus in Europa. Es ist sympathisch, dass 40 Jahre nach ihrem inoffiziellen Entstehen die Gruppe A - R dank dem Slowakischen Institut ihre Ausstellung in Berlin hat - dem politischen, kulturellen sowie geistigen Zentrum des heutigen Europas. (František Mikloško, Kurator der Ausstellung)