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Geschichte

 Vorwort
  Urgeschichte
  Grossmähren
  Ein Bestandteil der Habsburger Monarchie
  Nationale Wiedergeburt und die Revolution 1848-1849
  Die Periode der starken nationalen Unterdrückung
  In der Tschecho-slowakischen Republik
  Der Slowakische Staat in den Kriegsjahren
  In der erneuerten Tschecho-Slowakei
  Stalins Totalität
  Die nicht erfüllte Föderation in den neostalinistischen Jahrzehnten
  November 1989
  Autor



Vorwort

Von der Bratislavaer Burg, die das Symbol der slowakischen Staatlichkeit ist, kann man mit bloßen Augen die Gipfel der Alpen sehen; die Gipfel eines Gebirges, das sieh vom Südwesten bis zu den Ufern des Mittelmeeres zieht. Der Hügel aber, auf dem die Bratislavaer Burg steht, gehört zu den Karpaten, dem zweiten mächtigen europäischen Gebirge, das weit im Osten in den Ebenen beim Schwarzen Meer endet. Diese Lage der Stadt Bratislava und der Slowakei - in der Mitte Europas, an der Trennlinie zwischen Ost und West - war und ist symbolisch.

Beeinflussten doch große Reiche dieses Gebiet oder gestalteten sein Schicksal mit das römische und byzantische Reich, das fränkische im 9. Jahrhundert und auch das osmanische Reich im 16. u. 17. Jhdt., Rußland und Deutschland im 20. Jhdt.

Alle wichtigen europäischen Gedankenströmungen und Bewegungen übten ihren Einfluß auf die Slowakei aus: das Christentum, die Renaissance, die Reformation und nationale Ideen, der moderne Liberalismus und der Sozialismus, und leider auch der Faschismus und der Kommunismus.

Die Geschichte der Slowakei ist deshalb die Geschichte eines europäischen Landeseines Landes, das zwar nie im Zentrum der Geschichte stand, deren Richtung nicht bestimmte, sich aber an allen wichtigen Bewegungen beteiligte, sich bemühte, seinen Ton in die europäische und auch in die Weltkultur einzubringen.

Da aber die Slowakei mit der Ausnahme kurzer Perioden nie über ein selbstständiges staatliches Gebilde verfügte, ist dieser Anteil vorerst kaum bekannt.

 

Urgeschichte

Die Archäologie belegt die Existenz des Menschen auf slowakischem Boden vom mittleren Paläolithikum (200 000 bis 35 000 v. Chr.). Im Museum von Poprad befindet sich ein einzigartiger Fund aus Ganovce, ein Travertinabguß des Schädels eines Neandertalers. In der Exposition des Slowakischen Nationalmuseums in Bratislava fesselt die Venus aus Moravany, eine faszinierende Plastik aus der Zeit vor über 22 800 Jahren. In der Bronzezeit (1900-700 v. Chr.) war das Gebiet der Slowakei ein bedeutender europäischer Bronzeproduzent. Auf sie bezieht sich auch die älteste bekannte Steinarchitektur in Spissky Stvrtok: runde Bastionen, Mauern, Häuser. Archäologische Funde aus der Eisenzeit (700-500 v.Chr.) weisen auf Einflüsse der griechischen Zivilisation aus dem nördlichen Schwarzmeergebiet und der etruskischen Kultur aus dem Süden hin.

Die ersten Münzen in der Slowakei wurden von den Kelten geprägt, die im 5. Jhdt. vor Chr. vom Westen her eindrangen. Kurz vor Änderung der Zeitrechnung breitet sich das Römische Reich bis hin zur Donau aus, nördlich dieser Zone ließen sich die Germanen nieder, die den ersten bekannten Staat auf dem Gebiet der heutigen Slowakei bildeten (Vannius Königreich). In der Slowakei hielten sich damals römische Garnisonen auf, die hier Befestigungen und Siedlungen aufbauten. Die Slowakei wurde so für vier Jahrhunderte die Trennlinie zwischen der damals “zivilisierten” und der “barbarischen” Welt. Auf ihrem Gebiet begegneten einander antike, keltische, dakische u. germanische Elemente. Zur Zeit der Völkerwanderung wurde das Gebiet von den Goten und Langobarden auf ihrem Weg nach Norditalien durchquert. Die nomadischen Hunnen wiederum bedrohten im 5. Jhdt. den Süden und Westen Europas von den Donauebenen her.

Grossmähren

Zur gleichen Zeit - im 5. Jhdt. - drangen die Slawen in das Gebiet der Slowakei ein. Sie lebten hier mit den ihnen etwas später nachfolgenden Awaren in einer gewissen Symbiose. Sie nahmen an gemeinsamen Feldzügen gegen die Franken, Langobarden und Byzantiner teil, wurden jedoch von den Awaren auch unterdrückt. Gerade ein Aufstand gegen die Awaren war schließlich der Anlaß für die Entstehung des ersten schriftlich belegten Staatsgebildes der Westslawen - das Reich Samo´s.

Der Name hat seinen Ursprung vom fränkischen Kaufmann Samo, der den Aufstand gegen die Awaren leitete und das Land in der Folge 35 Jahre lang regierte. Nach seinem Tod (im Jahr 658) gibt es über diesen Staat keine schriftlichen Belege mehr. Erst eineinhalb Jahrhunderte später lassen sich wieder Nachrichten über einen weiteren Staat - das Nitraer Fürstentum - finden. Anfang des 9. Jhdt. wurde der regierende Fürst Pribina vom Fürsten Mojmir aus dem benachbarten Mähren gestürzt. Durch die Verbindung des Altmährischen und des Nitraer Fürstentums entstand nun Großmähren.

Großmähren schloß das Gebiet der heutigen Slowakei, Mährens, einen Teil Ungarns und Osterreichs ein. Für kurze Zeit gehörten zu ihm auch die Gebiete Böhmens, des südlichen Teils von Polen und die Lausitz im heutigen Deutschland. Urkunden, Chroniken, archäologische Funde bieten Informationen über großmährische Steinbauten, hochentwickeltes Eisenhandwerk, Hüttenarbeit, Glaserzeugung, über bemerkenswerte Halsketten, Ohrringe und Knöpfe, die mit Hilfe der Filigran- u. Plattierungstechnik und der Granulation von Edelmetallen hergestellt wurden. Betrachtet man die Organisation der Gesellschaft, so war Großmähren ein Partner des fränkischen Reiches im Westen. Die beiden Länder unterhielten rege gesellschaftliche und kulturelle Kontakte, sie gerieten jedoch auch in militärische Konfrontationen, da die fränkischen Herrscher bemüht waren, ihren Einflußbereich auch auf weitere Landesteile - im Osten - auszudehnen. Dies beeinftußte auch die wohl bemerkenswerteste kulturelle Veränderung während der großmährischen Periode - nämlich die Annahme des Christentums.

Dieses verbreitete sich aber im Gebiet der Slowakei bereits in der Zeit vor der großmährischen Periode, aus dem Frankenreich kommend. Im Jahr 828 oder 829 ließ der Fürst Pribina in Nitra eine Kirche, die gänzlich aus Stein erbaut war, vom Salzburger Erzbischof weihen. Im Bestreben, den fränkischen Einfluß zu schwächen und so die eigene Unabhängigkeit zu stärken, kam im Jahre 863 auf Ansuchen des Fürsten Rastislav eine Mission der Brüder Konstantin und Methodus aus Byzanz nach Großmähren. Sie stellten die älteste slawische Schrift - die glagolische Schrift - zusammen, übersetzen die für den Gottensdienst bestimmten Bücher in die altkirchenslawische Sprache, die sie auch kodifizierten. Sie formten die kirchliche Organisation und gründeten eine theologische Lehranstalt. Die altkirchenslawische Sprache wurde von Papst Hadrian II. gebilligt und er weihte im Jahr 870 im Rom Methodus zum Erzbischof. Auch wenn nach Methodus Tod die slawische Lithurgie unter fränkischen Druck geriet und aufgrund einer Entscheidung von Svätopluk aus Großmähren verdrängt wurde, so pflegten die Schüler von Methodus, die ins Exil gehen mußten, in Bulgarien und Mazedonien auch weiterhin die slawische Lithurgie und die altkirchenslawische Sprache. Aus dieser Quelle entwickelte sich später auch die christliche Kultur des alten Rußland.

Am Anfang des 10. Jahrhundert unterlag Großmähren, geschwächt durch die Kriege gegen seine Nachbarn, dem Ansturm des alten Magyaren (Ungarn). Auch wenn es nur 70 Jahre existierte, so ist es doch bis heute ein wichtiger Bestandteil des geschichtlichen slowakischen Bewußtseins. Konstantin (kanonisiert unter dem Namen Kyrill) und der heilige Methodus werden als Nationalheilige betrachtet. Die Fürsten Pribina, Rastislav, Mojmir, und Svätopluk sind seit der Zeit des Romantismus die Helden epischer Gedichte, von Prosa und dramatischen Werken. Ihr Leben inspirierte bildende Künstler und Musiker.

Die alten Magyaren, die an der Wende des 9. und 10. Jhdt. in das Donaugebiet eindrangen, wurden nach schweren Niederlagen endlich ansässig und schufen, die lebendige großmährische Tradition nutzend, im Karpatenbecken einen neuen Staat - Ungarische Monarchie. Von der altslowakischen Bevölkerung übernahmen sie die Art der Bodenbearbeitung, einige Handwerke, teilweise auch die staatliche Organisation. In die ugrofinnische Sprache drangen viele mit der Landwirtschaft, dem Wohnen, dem geistigen Leben und der Verwaltung des Staates verbundene slawische Worte ein. Unter der Herrschaft des Königs Hl. Stephan aus dem Geschlecht der Arpaden (997-1038) war Ungarische Monarchie bereits ein starker Staat. Den Großteil der Slowakei bildeten damals die Teilfürstentümer der jüngeren Arpaden, erst ab dem Ende des 11. Jhdt. wurde die Slowakei für fast 1000 Jahre der unmittelbare und entwickeltste Bestandteil Ungarischer Monarchie.

Zwischen dem 11. und 15. Jhdt. erlebte das Land eine Periode der kulturellen Entfaltung und des Wirtschaftswachstums. Die Fläche des bearbeiteten Bodens wurde größer, die Bearbeitungsmethoden verbesserten sich, das Handwerk, der Handel, der Bergbau erlebten einen Aufschwung. Die Städte bekamen vom jeweiligen Herrscher Freiheiten und Privilegien. Eine wahre Katastrophe waren für Ungarische Monarchie die Jahre 1241 u.1242, als das Land von tatarischen Heeren ausgeplündert und verwüstet wurde. Danach beschleunigte sich jedoch das Wachstum der Städte wieder, der Bau der Burgen, der Straßen sowie die Besiedelung des Landes wurden vorwärts getrieben. Auf Einladung der Herrscher und Landsherren kamen auch aus dem Ausland Siedler, vorwiegend aus den deutschen Ländern. Sie brachten neue Zivilisationsimpulse mit. Ein Teil von ihnen assimilierte sich allmählich, der andere Teil bildete verhältnismäßig kompakte Gebiete, die sich bis ins 20. Jhdt. erhielten.

Die Städte wurden zum Mittelpunkt des wirtschaftlichen Aufschwungs. Einige wurden durch den weit ausgedehnten Handel auf der entlang der Donau führenden West-Ost Strecke (z.B. Bratislava, Trnava), andere durch den Handel mit Siebenbürgen und Polen auf der Geschäftsstraße Schwarzes Meer-Ostsee (Kezmarok, Kosice, Levoca) reich. Von größter Wichtigkeit für Ungarische Monarchie waren die zahlreichen Bergbaustädte in der Slowakei. Der Bergbau stellte einen traditionell wichtigen Zweig der Landeswirtschaft dar. Sein goldenes Zeitalter erlebte er bereits unter der Anjou-Dynastie im 14. Jhdt., als Edelmetalle aus der Slowakei die europäischen Märkte beherrschten. Das besonders in der Umgebung von Banska Stiavnica geförderte Silber und das Gold aus dem Revier von Kremnica stellte fast ein Viertel der europäischen Förderung dieser Metalle dar. Im 15. u. 16. Jhdt. war die Slowakei der wichtigste Kupferproduzent- u. -exporteur der Welt. In Kremnica wurden seit dem Jahr 1335 hoch geschätzte Goldmünzen - die Kremnicer Dukaten - geprägt. Die dortige Münzprägestelle ist bis heute die älteste tätige in Europa.

Der wirtschaftliche Aufschwung schuf einen Spielraum für ein reichhaltiges geistiges und künstlerisches Leben. Das Gebiet der Slowakei birgt bis heute viele mittelalterliche romanische und gotische Kunstschätze. Man kann romanische Rotunden und kleine Kirchen, Burgen, Befestigungen ebenso wie die gotischen Prunkstücke - die Kirchen von Bratislava, Kosice, Bardejov, Levoca, und Presov - aber auch Madonnenplastiken, Altartafeln und Wandmalereien (die außerordentlich zahlreich in der Zipser Gegend und im Gemergebiet erhalten sind) bewundern. Ein Weltwunderwerk der spätgotischen Kunst ist der höchste gotische Altar der Welt, der in der Kirche des Heiligen Jakob in Levoca von Meister Paul errichtet wurde.

Im 14. und 15. Jhdt. wuchs sichtbar auch der Bildungsstand. In den bedeutendsten Städten wurden bereits Schulen geführt, für Universitätsstudien reiste man jedoch noch immer nach Italien (Padua u. Bologna), nach Paris und ab der zweiten Hälfte des 14. Jhdt. nach Prag und Wien, später auch nach Krakau. Im Jahr 1467 wurde auch an der Bratislavaer Universität - der Academia Istropolitana, nach dem Vorbild der Universität in Bologna von König Matthias Corvinus, einem Förderer neuer humanistischer und Renaissanceideen gegründet, der Unterricht aufgenommen. Auch wenn die Universität bald wieder aufgelöst wurde, so weist doch ihre Existenz auf die Reife des Landes hin, das mit den zivilisiertesten Gebieten Europas Schritt gehalten hat.

Der begünstigende Entwicklungstrend wurde aber seit dem Ende des 15. Jhdt. durch mehrere negative Umstände, hauptsächlich durch Expansion des Osmanischen Reiches, unterbunden.

Ein Bestandteil der Habsburger Monarchie

Im Jahr 1521 eroberten die türkischen Heere Belgrad und ermöglichten sich dadurch den freien Weg in die Ungarische Monarchie. 1526 besiegten sie das ungarische Heer bei Mohac und machten sich den Großteil des Landes untertan. Das königliche Ungarn beschränkte sich auf die Slowakei, einen Teil Kroatiens und auf einen engen Gebietsstreifen östlich der österreichischen Grenze. Den ungarischen Thron bestieg eine neue Dynastie - die Habsburger, die Ungarische Monarchie in ihr mitteleuropäisches Vielvölkerreich eingliederten. In dieser Periode stieg die internationale und innenpolitische Bedeutung der Slowakei. Durch ihre südlichen Gebiete zog sich die Verteidigungslinie und die Grenze zwischen der christlichen und der islamischen Welt. Im Jahr 1536 wurde Bratislava (Preßburg) zur Hauptstadt der Monarchie. Hier waren die zentralen Ämter, bis 1848 hielt hier der Landtag seine Sitzungen ab, hier wurden über drei Jahrhunderte die Könige der Monarchie gekrönt. Das Erzbistum von Ostrihom, das die Türken besetzten, übersiedelte nach Trnava. Im Jahr 1657 gründeten die Jesuiten hier eine Universität. Kosice wurde wieder zu einem Zentrum der Verwaltung des östlichen Teils Ungarischer Monarchie. Auch hier gründete der Herrscher 1657 eine Universität.

Die türkische Nachbarschaft wirkte sich auf die Wirtschaft retardierend aus. Sie schwächte die wirtschaftlichen Kontakte mit dem Balkan. Für 150 Jahre wurden Kriege, Grenzstreitereien, Raubzüge, Brände, Verschleppung von Gefangenen in die Sklaverei zu einer gewohnten Erscheinung. Die Städte unterhielten aufwendige Söldnertruppen und bauten Befestigungen. Die schlecht bezahlten habsburgischen Söldner, unter denen sich Angehörige vielleicht sämtlicher europäischer Nationen befanden, bewirkten manchmal ein größeres Trauma als die türkischen Gegner oder die ungarischen adeligen Aufständischen. Das Leben in der Monarchie im 16. und 17. Jhdt. wurde auch durch langfristige Machtkämpfe erschwert.

Eine der Ursachen der den Ungarn durch die Türken zugefügte Niederlage war die mangelnde Bereitschaft des Adels, auf einen Teil seiner Privilegien zu verzichten und die Autorität der Zentralmacht zu respektieren. Die Habsburger, die unter ihrem Zepter die tschechischen und die österreichischen Länder verbanden, ligitimierten in Ungarn ihre Macht hauptsächlich durch die Notwendigkeit, Mitteleuropa vor der türkischen Expansion zu verteidigen. Ihre Politik war auf eine Einschränkung der Privilegien des ungarischen Adels, der Unabhängigkeit der ungarischen Staatlichkeit und auf eine Stärkung der Zentralmacht der Habsburger ausgerichtet. Die Unzufriedenheit des ungarischen Adels steigerte sich zu offenem Widerstand und zur Aufkündigung des Gehorsams gegenüber den Habsburgern und das in einem Maße, daß das ganze 17. Jhdt. gekennzeichnet war von Aufständen gegen die Habsburger. Die Führer der Aufstände verbanden sich auch oftmals mit den Türken: Bocskay (1604-1606), Bethlen (1619-1629), Georg 1. Rakoczi (1643-1645), Georg II. Rakoczi (1648-1660), Thököly (1678-1687), Franz Rakoczi (1703-1711). Die Aufstände spielten sich hauptsächlich auf dem Gebiet der Slowakei ab.

Außer der Verteidigung der adeligen Privilegien und dem Widerstand gegen den Absolutismus sind die Ursachen dieser Aufstände auch in tiefgreifenden religiösen Streitigkeiten zu suchen. Bereits Anfang der zwanziger Jahre im 16. Jhdt. erreichte die Reformation die Slowakei. Sie verband sich mit der Säkularisierung der kirchlichen Eigentümer und fand auf diesem Weg zahlreiche Anhänger unter dem Adel. In der Slowakei breitet sich besonders die lutherische Richtung, in mit Magyaren besiedelten Gebieten der Calvinismus aus. Am Ende des 16. Jhdt. bekannte sich die große Mehrheit der Slowaken zum Protestantismus, es konstituierte sich eine selbstständige evangelische Kirche. Im nachfolgenden Jahrhundert verlief jedoch die Rekatholisierung so intensiv, daß z.B. Anfang des 20. Jhdt. die evangelischen Slowaken nur mehr 16% der slowakischen Bevölkerung bildeten.

Nach der Niederlage bei Wien 1683 wurden die türkischen Heere sukzessive auch aus der Ungarischen Monarchie verdrängt. Das Land bot zwar einen traurigen Anblick, regenerierte sich jedoch unter friedlichen Bedingungen bemerkenswert rasch. Der Bevölkerungszuwachs in der Slowakei war so hoch, daß die Slowaken auch den entvölkerten Teil Ungarns besiedelten. Die slowakische Diaspora und die im 18. Jhdt. geschaffenen Kommunen haben sich im nördlichen und südlichen Ungarn, in Serbien und Rumänien bis heute erhalten.

Die Aufklärungsreformen Maria Theresias (1740-1780) und ihres Sohnes Josephs II. (1780-1790) legten den Grundstein für eine moderne Verwaltung des Staates, des Steuer- u. Verkehrssystems, der Armee und des Schulwesens. Dank ihnen wurden die Leibeigenschaft abgeschafft. Der habsburger Hof unterstützte die Errichtung von Manufakturen, reformierte die Grund- u. Mittelschulen. Im Jahr 1763 gründete Maria Theresia in Banska Stiavnica die Hochschule für Bergbau, Metallurgie und Forstwirtschaft. Das Toleranzpatent Josephs II. aus dem Jahr 1781 erweiterte die Rechte der Protestanten und beendete eigentlich die Periode der Gegenreformation.

Nationale Wiedergeburt und die Revolution 1848-1849

Am Ende des 18. Jhdt. verbreiteten sich im Gebiet Mitteleuropas jene Ideen, die sich im darauffolgenden Jhdt. voll entfalteten: bürgerliche Gleichheit und nationales Bewußtsein. Die lateinische Sprache behielt zwar in Ungarischer Monarchie noch lange ihre dominierende Stellung, doch beide aufgeklärten Herrscher bemühten sich, die Monarchie auch durch eine einheitliche deutsche Sprache in der Staatsverwaltung zusammenzuschmelzen. Der ungarische Adel lehnte jedoch mit der Politik Joseph II. auch die deutsche Sprache ab und bemühte sich, sie durch die ungarische Sprache zu ersetzen. In dieser Periode begann sich die große Mehrheit des vielsprachigen und national verschieden empfindenden Adels - der ja das politische und öffentliche Leben der Monarchie beherrschte - spontan mit dem ungarischen Milieu zu identifizieren. Dank der Unterstützung des Staates hatte die magyarische Nation gute Voraussetzungen für eine eigene nationale Emanzipation, die Slowaken dagegen sehr ungünstige. Außer der kurzen großmährischen Periode fehlte ihnen die Tradition der eigenen Staatlichkeit, der kirchlichen Autonomie und besonders auch die Stütze der politischen Macht. Durch die Absenz des Adels wurde besonders die niedrige Intelligenz - Lehrer und Priester - die sich zu einer Gleichberechtigung der Nationen, zur bürgerlichen Gleichheit und zur Menschen würde bekannten, Träger des nationalen Lebens. In Anbetracht der politischen Schwäche spielten in der nationalen slowakischen Bewegung mit der Kultur und der Sprache verbundene Fragen eine große Rolle. Anspruchsvollere politische Ambitionen und Forderungen gelangten nur sukzessive und langwierig in der Vordergrund. Das schwache Gefühl der nationalen Einheit, der Widerstand gegen die Magyarisierung - die in den vierziger Jahren des 19. Jhdt. bereits auch radikalere Formen annahm - sollten durch die Idee der slawischen Solidarität und durch eine geduldige Volksbildungsarbeit verstärkt werden.

Bereits im Jahr 1787 kodifizierte Anton Bernolak (1762-18 13) die erste slowakische Schriftsprache, die sich jedoch nur unter den Katholiken behaupten konnte. Die evangelische Intelligenz hielt sich auch weiterhin an die tschechische Sprache, die bereits seit mehr als zwei Jahrhunderten die Gottesdienstsprache der slowakischen Protestanten war. Erst die weitere, durch Ludovit Stur (1815-1856) repräsentierte Generation überbrückte diesen Streit und die Uneinheit durch eine neue Kodifizierung der Schriftsprache. Stur‘s Slowakisch bildet bis heute die Grundlage der modernen slowakischen Sprache.

Die slowakische nationale Bewegung erarbeitete erst im Frühjar 1848 ein reif es politisches und staatsrechtliches Programm, denn damals betraten die Slowaken zum ersten Mal die Bühne der europäischen Geschichte als moderne selbstsändige Nation. Sie bekannten sich zu den Ideen der Revolution, verlangten eine konsequente Abschaffung der Leibeigenschaft, die Einführung eines allgemeinen Wahlrechts, das eine Garantie für eine wirkliche Beteiligung des Volkes an der politischen Macht und Verwaltung sein sollte und die Föderalisierung der Monarchie in welchen auch die Slowakei einen autonomen Teil bilden sollte. Die slowakischen Forderungen stießen ähnlich wie die serbischen, rumänischen, ruthenischen und deutschen auf den Widerstand der Führer der ungarischen Revolution und des ungarischen Staates. Die slowakische und die magyarische nationale Bewegung begaben sich in einen offenen Konflikt, der sich am ausgeprägtesten im erfolglosen slowakischen Septemberaufstand des Jahres 1848 bemerkbar machte. Ihm entsprang jedoch der Slowakische Nationalrat (Ludovit Stur, Jozef Miloslav Hurban und Michal Hodza), der das erste repräsentative politische slowakische Organ der modernen Geschichte war. Seine Mitglieder bemühten sich während des ganzen Jahres 1849, durch Zusammenarbeit mit dem kaiserlichen Wien die Abtrennung der Slowakei von Ungarn und ihre Eingliederung als autonomes Gebiet in die Formation einer föderativen Habsburgermonarchie zu erreichen. Ungeachtet dessen, daß diese staatsrechtlichen Bemühungen der Jahre 1848/49 fast erfolglos blieben, konnte sich die nationale slowakische Bewegung bis zum Jahr 1918 nicht von der Idee einer autonomen Stellung der Slowakei im Rahmen der Ungarischen Monarchie trennen. Am repräsentativsten wurde sie durch das Memorandum der slowakischen Nation aus dem Jahr 1861 ausgedrückt.

Die Periode der starken nationalen Unterdrückung

Die stürmischen zivilisatorischen Umwälzungen, die in der zweiten Hälfte des 19. Jhdt. das Bild von Europa veränderten, gingen auch an der Slowakei nicht spurlos vorüber. Auch hier wurde ein Eisenbahnnetz aufgebaut, kleine Produktionsstätten wurden in moderne Fabriken verwandelt, Banken, Sparkassen und Versicherungsgesellschaften wurden gegründet. Man eröffnete neue Mittel- u. Fachschulen, was zum Sinken des Analphabetismus beitrug. Auch wenn der Aufschwung hinter Westeuropa zurückblieb, so hatte die Entwicklung in der Slowakei doch einen großen Vorsprung gegenüber den noch östlicher gelegenen Gebieten.

Die gesellschaftliche und kulturelle Entwicklung wurde jedoch durch die rückständigen politischen Verhältnisse der Monarchie gebremst. Diese bewirkten auch, daß die Reste der Leibeigenschaft nur zögernd beseitigt wurden, daß sich fast nur der ehemalige Adel dank dem undemokratischen Wahlsystem sein Wahlrecht erhalten hatte und sich in Ungarischer Monarchie eine rücksichtslose Magyarisierung durchsetzte. Den notwendigen Spielraum für die radikale Gestalt dieser Magyarisierung schaffte der österreichisch-ungarische Ausgleich des Jahres 1867, der die staatsrechtliche Krise der Monarchie durch ihre Umgestaltung in einen dualistischen Staat Österreich-Ungarn löste.

Das traditionelle Ziel der großen Mehrheit der ungarischen Politiker - nämlich Ungarische Monarchie als magyarischer nationaler Staat - schien nun in greifbarer Reichweite zu sein. Da jedoch auch die ethnischen Magyaren im Jahr 1880 nur 46,6% der Bevölkerung des Landes ausmachten, konnte dieses Ziel nur durch einen unermeßlichen Druck und eine systematische Entnationalisierung erreicht werden. So sank z.B. vom Jahr 1867 bis 1912 die Zahl der Volksschulen mit slowakischer Unterrichtssprache von 2000 auf 377. Die slowakischen kulturellen Bemühungen wurden durch die Behörden behindert und diskreditiert, 1875 schloß die Regierung die einzige slowakische Kulturorganisation - die Matica slovenska - und schon zuvor auch die drei einzigen slowakischen Gymnasien. Es kam auch zu einer Reihe politisch motivierter Prozesse gegen slowakische Patrioten.

Zur Zeit der Jahrhundertwende war die slowakische Politik im Einklang mit dem europäischen Trend in verschiedene Richtungen gegliedert: eine konservativnationale, eine katholische, agrare, liberale, sowie eine sozialdemokratische Linie waren vorhanden. Verbunden waren sie alle durch den gemeinsamen Gedanken gegen die gewaltsame Magyarisierung. Ihre Bemühungen, auch die breiten Schichten der Slowaken, so z.B. besonders Bauern und die kleinen Handwerker, politisch zu aktivieren, führte zur Forderung nach einem allgemeinen Wahlrecht. Im Jahr 1914 verfügten ja nur etwa 6% der Bevölkerung über ein Wahlrecht, wodurch die Slowaken bei einem mehr als 10%-igen Anteil an der Bevölkerung Ungarns im Parlament mit nur 2 Abgeordneten vertreten waren.

Der erste Weltkrieg in den Jahren 1914-1918 schwächte den Chauvinismus der ungarischen Regierungen nicht, beendete jedoch definitiv den Glauben der slowakischen Politiker an eine Reformfähigkeit und Demokratisierung der Monarchie. Er beschleunigte auch die Orientierungsänderung in der slowakischen Politik. Diese bewegte sich ja bis zum Krieg hin auf ungarischen Boden, unterstützte jedoch Konzeptionen, durch welche die Slowakei bei einer Föderalisierung von Österreich-Ungarn der Monarchie eine autonome Stellung gewinnen würde. Auf außenpolitischen Gebiet erwartete die Mehrheit slowakischer Politiker günstige Impulse vom zaristischen Rußland. Von Anfang des 20. Jhdt. an intensivierte sich deutlich die Zusammenarbeit mit den tschechischen politischen Parteien, Organisationen und Einzelpersonen. In den Jahren vor dem ersten Weltkrieg reifte auch jene Politikergeneration heran, die nach dem Jahr 1918 im Leben der Slowakei den Ton angab - Milan Hodza, der im Kontakt zum Thronfolger Franz Ferdinand stand - Andrej Hlinka, Vavro Srobar, Ivan Derer, u.v.a.

Die ersten öffentlichen Äußerungen zugunsten einer Schaffung eines gemeinsamen Staates der Tschechen und Slowaken wurden im Ausland, in Frankreich, England und in den USA abgegeben. Seit dem Ende des 19. Jhdt. bis zum ersten Weltkrieg wanderten alleine in die USA mehr als eine halbe Million Slowaken aus. Beeinflußt von den demokratischen Verhältnissen in den USA reiften sie national und auch bürgerlich heran, wurden sich deutlich der unhaltbaren Situation in der Ungarischen Monarchie und der Stellung der Slowaken in seinen Rahmen bewußt. 1915 unterzeichneten die Vertreter der slowakischen und tschechischen Emigrantenvereine in Cleveland ein Abkommen über die Schaffung eines gemeinsamen föderativen Staates. Im März 1918 sprach sich auch das Pittsburges Abkommen, das die slowakjschen und tschechischen Vereine in den USA mit Thomas Garrigue Masaryk unterschrieben, für eine demokratische tschecho-slowakische Republik mit einer autonomen Stellung der Slowakei aus.

Der Gedanke an einen gemeinsamen Staat der Tschechen und Slowaken, zweier Nationen, deren Sprachen einander sehr ähnlich sind, hatte einen rationalen Kern. Dieser sollte die deutsche Umklammerung der tschechischen Länder schwächen und diesen den Weg nach Osten und Südosten öffnen. Für die Slowaken wiederum sollte er die gewaltsame Magyarisierung beenden, die zivile Entwicklung und die nationale Emanzipation beschleunigen und erleichtern. Die Vertreter beider Nationen arbeiteten im ausländischen Widerstand gegen die Österreich-Ungarische Monarchie eng zusammen. Der engste Mitarbeiter Masaryks, der Initiator der tschecho-slowakischen Widerstandsaktion, war der Slowake Milan Rastislav Stefanik, ein Astronom und französischer General. In den tschecho-slowakischen Legionen in Frankreich, Italien und Rußland kämpften viele Slowaken.

Die Idee der Zerschlagung der Habsburger-Monarchie und der Schaffung einer selbstständigen Tschecho-Slowakei gewann am Ende des Krieges die volle Unterstützung der Entente-Großmächte - der USA, Englands, Frankreichs und Italiens. In ihrem Geiste arbeitete auch der heimische Widerstand. Am 28. Oktober rief das tschechoslowakische Nationalkomitee in Prag die Tschecho-Slowakei aus, am 30. Oktober sprach sich in Martin auch der Slowakische Nationalrat, der keine Informationen über die Ereignisse in Prag hatte, für eine Vereinigung der Slowakei mit den tschechischen Ländern in einem gemeinsamen Staat aus. Die Tschecho-slowakische Republik war einer von mehreren Nachfolgestaaten Österreich-Ungarischer Monarchie. Durch ihre Entstehung endete die fast tausendjährige Zugehörigkeit der Slowakei zu Ungarn.

In der Tschecho-slowakischen Republik

Die Grenzen der Tschecho-Slowakei wurden durch die internationalen Verträge von Versailles, Samt Germain und Trianon aus den Jahren 1919/20 garantiert. Im Innern konstituierte das Land sich als parlamentarische Demokratie mit den Präsidenten T.G.Masaryk (1918-1935) und Edvard Benes (1935-1938) an der Spitze. Zum Unterschied von allen benachbarten Staaten blieb hier das demokratische System während der ganzen 20 Jahre erhalten.

Der neue Staat entstand aus zwei Teilen mit einer unterschiedlichen Geschichte, mit abweichenden kulturellen Traditionen, einer unterschiedlichen ethnischen Zusammensetzung und einem verschiedenen Niveau der Wirtschaft. Unter den unvergleichlich günstigeren österreichischen Bedingungen konnten die Tschechen ein eigenes Schulwesen, eigene Wissenschaft und Kulturinstitutionen aufbauen, sodaß der neue Staat nur den langen Prozeß ihrer Emanzipation vollendete. Die Slowaken - und in einem noch größeren Ausmaß die Ruthenen - hatten in Ungarischer Monarchie keine solche Möglichkeit. Sie gestalteten ihre Institutionen und ihre politische Repräsentation erst nach dem Jahr 1918. Deshalb war die tschechische Überlegenheit und Hegemonie im neuen Staat Tschecho-Slowakei von Anfang an deutlich und fühlbar. Sie wurde auch durch die Übernahme der bürokratischen und zentralistischen Traditionen des kaiserlichen Wiens, und ebenfalls durch die komplizierte ethnische Zusammensetzung der Tschechoslowakischen Republik vertieft. Die Tschecho-Slowakei hatte zu diesem Zeitpunkt etwa 15 Millionen Einwohner, davon waren aber nur ca. 7 Millionen Tschechen. In ihrem Rahmen lebten weiters weit mehr als drei Millionen Deutsche, 700 000 Ungarn, ca. 500 000 Ruthenen, weiter Juden, Polen. Eine Mehrheit der Bevölkerung des jungen Staates konnten die Tschechen nur zusammen mit den 2,2 Millionen Slowaken bilden. Das war einer der Gründe des starren Festhaltens der tschechischen Politik an der Fiktion einer nicht existierenden tschechoslowakischen Nation, die auch in der Verfassung aus dem Jahr 1920 verankert ist.

Die besonders durch die katholische Volkspartei und die evangelische nationale Partei repräsentierte autonome Bewegung konnte etwa ein Drittel der Wählerstimmen in der Slowakei erringen. In der Opposition standen jedoch auch noch andere Parteien. Die Opposition gewann in der Slowakei die Stimmenmehrheit nicht nur aufgrund des Rufes nach einer Autonomie, sondern auch der wirtschaftlichen Schwierigkeiten wegen, die sich am schärfsten während der Wirtschaftskrisen (1921-23, 1930-34) bemerkbar machten. Die slowakische Industrie litt sehr unter dem Zerfall des ungarischen Marktes. Außerdem wurde sie durch die Konkurrenz der modernen tschechischen Unternehmen, Banken und Versicherungsanstalten benachteiligt und sogar abgebaut. In den zwanziger Jahren brachen eine Reihe von Fabriken, Unternehmen und Geldinstituten in der Slowakei zusammen. Erst im Jahr 1937 beschäftigte die Industrie in der Slowakei wenigstens so viele Menschen wie im Jahr 1913. Die hohe Arbeitslosigkeit konnten weder eine verhältnismäßig großzügige Bodenreform, noch eine Massenauswanderung nach Übersee und in westeuropäische Länder beseitigen.

Trotz der komplizierten sozialen und nationalen Lage war die Entwicklung in der Slowakei auf eine Stabilisierung, eine Festigung der bürgerlichen Gesellschaft ausgerichtet. Der durch die Kommunisten repräsentierte Linksradikalismus beschränkte sich auf 10-12% der Wähler, der rechtsgerichtete Radikalismus war eher eine Randerscheinung. Die Stabilität des jungen Staates wurde auch durch ernste Befürchtungen vor den revisionistischen Forderungen seitens Ungarn verstärkt, dessen sämtliche Zwischenkriegsregierungen die Erneuerung des alten Ungarn in ihrem Programm hatten.

Die Slowakei verzeichnete in der demokratischen Tschecho-Slowakei einen augenscheinlichen Fortschritt und Gewinne in verschiedenen Lebensbereichen. Kannte man doch zum ersten Mal in der Geschichte ihre Grenzen durch Gesetze an, sie hatte eine Hauptstadt - Bratislava, verfügte über eine Vertretung im Parlament, hatte verschiedene politische Parteien. Es wirkte zum ersten Mal eine Reihe von gesamtslowakischen Interessenvertretungen - der Unternehmer, Landwirte, Gewerbetreibenden, zahlreiche zentrale und regionale Kulturorganisationen. Unter ihnen war die neueröffnete Matica slovenska, das neugegründete Nationaltheater, eine Universität, viele Verlage, eine freie Presse. An den Schulen wurde in der Sprache der örtlichen Bevölkerung (slowakisch, ungarisch, deutsch) unterrichtet.

Die positiven Veränderungen in der Slowakei hatten auch dank der vielen tschechischen Beamten, Lehrer, Professoren und Soldaten, die in der Slowakei tätig waren, einen schnellen Verlauf. Sie hatten besonders in der staatlichen Verwaltung entscheidende Positionen. Dies wurde jedoch auch immer mehr die Ursache von Streitigkeiten, weil die Tschechen die Arbeitsplätze für die zahlenmäßig anwachsende junge slowakische Intelligenz besetzen und Träger der Idee einer einheitlichen tschechoslowakischen Nation waren, die aber von den Slowaken fast allgemein abgelehnt wurde.

Die oppositionellen, von Hlinkas Volkspartei geführten Kräfte forderten eine gesetzliche Anerkennung der nationalen Selbstständigkeit der Slowaken und die Schaffung einer Autonomie der Slowakei mit einer gesetzgebenden Versammlung und einer autonomen Regierung. In der Autonomie sahen sie ein Instrument für die Festigung der Republik, dagegen bezeichneten die slowakischen zentralistischen Parteien, die den unitären Charakter der Tschecho-Slowakei verteidigten, diese Bemühungen als Separatismus. Die tschechoslowakische Regierung, an deren Spitze seit dem Jahr 1935 Milan Hodza stand, entschloß sich für keine radikale Lösung der slowakischen Frage.

Zur slowakischen Autonomieerklärung kam es erst später, als die Tschecho-slowakische Republik eine durch die Aggressivität Hitlerdeutschlands hervorgerufene Krise durchlebte. Auf Hitlers Drängen trafen sich am 29. September 1938 die Vertreter der vier Großmächte: Deutschland, Italien, Frankreich und England, in München. In der Folge mußte die Tschecho-Slowakei das Sudetenland an Deutschland abtreten. Zur gleichen Zeit erhoben Ungarn und Polen territoriale Ansprüche gegenüber der Slowakei. Am 2. November 1938 wurde Ungarn ein Fünftel des Territoriums und ein Viertel der slowakischen Bevölkerung zugesprochen. Als Folge wurde die geschwächte Tschecho-Sbowakei zu einem Spielball Deutschlands. Die Prager Regierung erkannte die Autonomieerklärung der Slowakei, die am 6. Oktober 1938 in Zilina ausgerufen wurde, an.

In der Slowakei veränderte sich das politische Klima hin zur Totalitarismus. Sämtliche Parteien verschluckte entweder die Volkspartei oder sie wurden von der Regierung verboten. Die Volkspartei hatte durch die Autonomieerklärung der Slowakei ihr Ziel erreicht. Hitler suchte einen Vorwand zur Zerschlagung der Tschecho-Slowakei. Die Nazis unterstützten jene radikalen Gruppen in der Volkspartei, die sich um eine vollständige Unabhängigkeit der Slowakei bemühten. Am 13. März 1939, zu einer Zeit als sich die Streitigkeiten zwischen der Prager Regierung und den slowakischen Repräsentanten zuspitzten, lud Hitler den Vorsitzenden der Slowakischen Regierung Jozef Tiso nach Berlin ein und stellte ihn vor die Alternative: der Aufteilung der Slowakei zwischen Deutschland, Ungarn und Polen zuzustimmen oder ihre staatliche Selbstständigkeit auszurufen. Am 14. März 1939 rief das autonome Parlament die Unabhängigkeit der Slowakei aus. Am Tag darauf wurde Prag von den deutschen Truppen besetzt.

Der Slowakische Staat in den Kriegsjahren

Die Slowakische Republik (1939-1945) wurde de jure von mehr als 25 Staaten anerkannt. Ihre Selbstständigkeit wurde jedoch durch die starke wirtschaftliche, militärische und politische Abhängigkeit von Deutschland im hohen Maße eingeschränkt. Das politische Regime des slowakischen Staates war eine autoritäre Diktatur. Faschistische Gruppen in der Regierung kämpften unter der Führung vom Regierungschef Vojtech Tuka und mit Hilfe der deutschen Minderheit in der Slowakei, um die Macht mit den konservativ-klerikalen Politikern, repräsentiert durch Präsident J. Tiso. Bei der Unterdrückung der Opposition verhielt sich das Regime im Vergleich zu den benachbarten Staaten verhältnismäßig zurückhaltend. Das galt nicht für die jüdische Bevölkerung - sie wurde in Konzentrationslager gesteckt, und ab dem März 1942 in die von den Deutschen besetzten Gebiete Polens deportiert, wobei 70 000 Juden hier ums Leben kamen. Auch wenn sich die Slowakische Republik als christlicher Staat deklarierte und J. Tiso selbst ein Priester war, konnten selbst die Proteste der christlichen Hierarchie und des Vatikans dieses Genozid nicht verhindern.

Die Slowakei nahm am Krieg in einem kleineren Ausmaß teil als einige benachbarte Länder. Die Wirtschaft erlebte durch die Rüstungsindustrie einen Aufschwung, die Arbeitslosenrate ging zurück und die Versorgung der Bevölkerung war trotz der Kriegsverhältnisse erträglich. Dessen ungeachtet formierte sich eine relativ starke Opposition gegen das totalitäre Regime. Zahlreiche illegale Gruppen waren im Untergrund tätig.

An der Seite der Alliierten kämpften freiwillige tschechoslowakische Militäreinheiten an den Fronten in Frankreich, in Nahen Osten, in Nordafrika und in der Luftschlacht um England, gegen Deutschland. Im Jahr 1941 formierten sich tschechoslowakische Truppen auch in der Sowjetunion. Zahlreiche Angehörige der slowakischen Armee, die mit Hitler verbündet war, liefen über, sodaß die Deutschen die slowakischen Divisionen von der Front abziehen mußten. Am Ende des Krieges kämpften auf der Seite der Alliierten mehr Slowaken als in der Armee des Slowakischen Republik.

Ende 1943 gründeten mehrere Widerstandsgruppen einen illegalen Slowakischen Nationalrat. Widerstandskämpfer in der slowakischen Armee bereiteten in Zusammenarbeit mit der tschechoslowakischen Exilregierung in London einen Aufstand vor. Die Regierung in Bratislava war nicht mehr Herr der Lage. Die Slowakei wurde von deutschen Truppen besetzt. Am 29. August 1944 gab die illegale Armeeführung in Banska Bystrica den Befehl zum Aufstand. Der Slowakische Nationalaufstand gehört zu den größten militärischen Aktivitäten im deutschen Hinterland. Zwei Monate lang kämpften in der Mittelslowakei 60 000 Soldaten und etwa 18 000 Partisanen gegen die deutsche Offensive. In dem vom Slowakischen Nationalrat überwachten Gebiet wurden die Gemeinden vom revolutionären Nationalkomitee verwaltet, die legislative und exekutive Gewalt war in den Händen des Slowakischen Nationalrats. Politische Parteien und Gewerkschaften begannen mit ihrer Arbeit, Zeitungen erschienen und ein Rundfunkprogramm wurde erstellt.

Ursprünglich war geplant, durch einen Schlag die Karpatenfront zu durchbrechen und der Sowjetarmee den Weg in die Donauebene zu öffnen. Dieser Plan schlug fehl. Ende Oktober 1944 besetzen die Deutschen Banska Bystrica. Ein Teil der aufständischen Armeen wurde gefangen genommen, ein Teil flüchtete zu den Partisanen. Die Befehlshaber der aufständischen Armeen, General Jan Golian und Rudolf Viest, kamen in der deutschen Gefangenschaft um. Die Slowakei wurde in schweren sich bis zum Mai 1945 hinziehenden Kämpfen von sowjetischen, tschecho-slowakischen und rumänischen Einheiten befreit.

Der Aufstand im Jahr 1944 ist eines der Schlüsselereignisse der modernen slowakischen Geschichte. Menschen mit unterschiedlicher politischer Gesinnung beteiligten sich daran - mit dem Ziel sich gegen das unmenschliche Hitlerregime durchzusetzen. Der Aufstand stärkte auch das nationale Selbstbewußtsein der Slowaken. Vorher war die Slowakei meistens das Objekt fremder Interessen - durch den Aufstand nahm sie ihr Schicksal in die eigenen Hände. Der Aufstand verhinderte auch die Rückkehr zum Prager Vorkriegszentralismus. Die Teilnehmer sprachen sich für eine Erneuerung der Tschecho-Slowakei aus, in der die Tschechen und Slowaken als gleichberechtigte Nationen leben sollten.

In der erneuerten Tschecho-Slowakei

Die Nachkriegsjahre gestalteten sich für die Slowakei dramatisch. Die während des Krieges von den Ungarn besetzten Gebiete wurden wieder der Slowakei angeschlossen, dies wurde durch die Pariser Friedensverträge im Jahr 1947 bestätigt. Ähnlich wie in den tschechischen Ländern wurden auch in der Slowakei die Deutschen ausgesiedelt. Der vereinbarte Bevölkerungsaustausch mit Ungarn wurde nur in einem kleinem Ausmaß realisiert. Durch die Dekrete des Präsidenten Edvard Benes wurden die Bergwerke, Erzhütten, ein großer Teil der Schwerindustrie und das Bankwesen verstaatlicht.

Das offiziell als Volksdemokratie bezeichnete politische System war in Wirklichkeit eine bereits deutlich eingeschränkte Demokratie. Der Kampf zwischen den Demokraten und den Kommunisten, die nach einem Regime des sowjetischen Typs riefen, endete im Februar 1948 mit einer Niederlage der Demokratie. In der Slowakei erreichte dieser Kampf seinen Gipfelpunkt schon früher.

Zum Unterschied zu den tschechischen Ländern, in denen bei den Wahlen 1946 die kommunistische Partei siegte, konnte sich in der Slowakei die bürgerlich orientierte Demokratische Partei (62%) überlegen durchsetzen. Sie erreichte die Mehrheit im Parlament (dem Slowakischen Nationalrat) und auch in der slowakischen Regierung (im Kollegium der Beauftragten). Durch den gemeinsamen Druck der slowakischen und tschechischen Kommunisten und der tschechoslowakistischen Parteien, die bemüht waren, die Autonomie der Slowakei so weit wie möglich einzuschränken und die unitarische Tschecho-Slowakei zu erneuern, gelang es jedoch im Herbst 1947 auf nicht parlamentarische, nicht verfassungsmäßige Weise dieses Kräfteverhältnis zu Gunsten der Kommunisten zu ändern. Terror und Provokationen der Staatssicherheit schon im Herbst 1947 zeichneten die Entwicklung in der Slowakei und der ganzen Tschecho-Slowakei vor.

Stalins Totalität

Die kommunistische Diktatur in der Tschecho-Slowakei war in grundlegenden Zügen mit Stalins Regime in der Sowjetunion und in den übrigen osteuropäischen Ländern identisch. Das totalitäre System verbot die nichtkommunistischen politischen Parteien, die Interessensorganisationen und die Vereine, oder gliederte sie in die Nationale Front ein. Oppositionelle Gruppen, ja auch potentielle Gegner (hauptsächlich Bauern, Gewerbetreibende, Anhänger der verbotenen politischen Parteien, die Vertreter und Aktivisten der Kirchen) wurden diskriminiert, ins Gefängnis oder in Arbeitslager gesteckt, ausgesiedelt. Ihr Eigentum wurde konfisziert oder sie wurden in Scheinprozessen verurteilt. Das öffentliche Leben, die Wirtschaft, die Kultur werden vorbehaltlos der Kommunistischen Partei und der leninschen Ideologie untergeordnet. Nach der radikalen Verstaatlichung sämtlicher Lebensreiche befanden sich nicht nur große Betriebe, der Großhandel, das Bankwesen, sondern auch kleine Gewerbebetriebe, der Boden, Rechtsanwaltskanzleien, das Gesundheitswesen in den Händen des Staates. Alle Bürger hingen existentiell vom ihm ab.

Als Folge dieser radikalen Eingriffe veränderte sich auch die Gesellschaftsstruktur, die Wertvorstellungen des einzelnen. Durch die zunehmende Industrialisierung kam zu einer sozialen Mobilität, Landflucht. Während im Jahr 1948 216 000 Menschen in der Industrie beschäftigt waren, stieg die Zahl im Jahr 1965 auf 504 000 und im Jahr 1985 bereits auf 800 000. Das Bildungsniveau stieg quantitativ in zunehmendem Maße. 1970 verfügte schon ein Drittel der Bevölkerung über eine abgeschlossene Mittelschul- oder Fachschulausbildung. Der extreme Zentralizmus sicherte allen ein Minimum an sozialen Sicherheiten und einen bescheidenen Lebensstandard. Die Intelligenz bremste in ihren Äusserungen der Missbilligung nicht nur die Angst vor der Verfolgung, aber auch das erwähnte Wachstum der Bildung und Kultur.

Durch die gesellschaftlichen Veränderungen und nach dem Terror der fünfziger Jahre kam es zu einer Lockerung. Verhältnismäßig starke Gruppen in der Kommunistischen Partei und ausserhalb der Partei bemühten sich nicht um eine Abschaffung des Systems aber um seine Reformierung. Dieser Versuch ging als “Sozializmus mit menschlichem Antlitz” in die Geschichte ein. Die Einführung der kommunistischen Diktatur brachte einen starken Zentralismus. Diese beschränkte sukzessive die Kompetenzen der slowakischen Organe - des Slowakischen Nationalrats und des Kollegiums der Beauftragten - und löste sie nach der Annahme der Verfassung des Jahres 1960 faktisch auf. Während die tschechische Reformbewegung in den sechziger Jahren die Demokratisierung des Systems anstrebte, schloß die slowakische Bewegung in diese Demokratisierung auch die Erneuerung der Selbstverwaltung der Slowakei und die Föderalisierung der Tschecho-Slowakei ein.

 

Die nicht erfüllte Föderation in den neostalinistischen Jahrzehnten

Am 27. Oktober 1968 nahm das Parlament das Verfassungsgesetz über die Föderation an. Laut ihm verwandelte sich die Tschecho-Slowakei in einen föderativen Staat. Neben den föderalen Organen wirkten der tschechische und der slowakische Nationalrat als nationale Parlamente ebenso eine tschechische und eine slowakische Regierung.

Die Besetzung des Landes im August 1968 durch die Truppen des ehemaligen Warschauer Paktes erstickte die Reformpolitik im Keim. So übernahmen die alten dogmatischen kommunistischen Funktionäre wieder die Macht. Die Tschecho-Slowakei wurde wieder zu einem Vasallen der UdSSR. Den slowakischen Reformkommunisten Alexander Dubcek, Symbol des Prager Frühlings, löste im April 1969 Gustav Husak ab. Obwohl er im Jahr 1954 als “slowakischer Nationalist” zu lebenslänglichem Gefängnis verurteilt wurde, im Jahr 1968 ein Verfechter des Gesetzes selbst war, trug er in der Funktion des Generalsekretärs der kommunistischen Partei und des Präsidenten der Republik dazu bei, daß sich die Föderation im realen Leben nicht erfüllte.

Unter den Bedingungen des Machtmonopols der gesamtstaatlichen neostalinistischen Partei hatten die Organe der Slowakischen Republik eine eher symbolische als faktische Bedeutung. Ihre Kompetenzen waren kleiner als die einiger regionaler Ämter der unitarischen Tschecho-Slowakischen Zwischenkriegsrepublik. Es ist daher begreiflich, daß die Opposition in der Slowakei, ähnlich wie in den sechziger Jahren, der nationalen und staatsrechtlichen Frage auch in den siebziger und achtziger Jahren große Aufmerksamkeit schenkte. Im Vergleich zu den sechziger Jahren nahm die Kritik am totalitären Regime eine wesentlich andere, eine radikalere Gestalt, an. Der strenge Dogmatismus und die Intoleranz der Führung der kommunistischen Partei, die sich auf das Kopieren der Moskauer Stellungnahmen und Ansichten beschränkte, deformierten in einem bedeutenden Maß das Leben des Landes und lähmten paradoxerweise auch die kommunistische Partei.

Ein großer Teil der verfolgten und betroffenen Anhänger der Reformbewegung aus dem Jahr 1968 überzeugte sich von der Nichtlebensfähigkeit des Kommunismus und identifizierte sich mit der Idee der parlamentarischen Demokratie und der Marktwirtschaft. Die junge Generation war gegenüber kommunistischen Ideologie in den letzten zwei Jahrzehnten bereits immun geworden. Eine ausgeprägte oppositionelle Kraft bildete in der Slowakei die Bewegung der Gläubigen für die Freiheit des Glaubensbekenntnisses und für die bürgerliche Gleichberechtigung, die kritisch ausgerichteten Aktivitäten der Ökologen, und die nichtkonformem Gruppen der Künstler und Wissenschaftler. Die Bewegung der Charta 77 selbst hatte in der Slowakei eine schwächere Basis als in den tschechischen Ländern.

November 1989

Während der Novemberrevolution 1989 vereinigten sich spontan alle oppositionellen Gruppen. Ihre Differenzierung in verschiedene politische Parteien begann erst sukzessive.

Der November 89 ermöglichte nicht nur die Konstituierung einer demokratischen Regierung, die Erneuerung der demokratischen Freiheiten und der Menschenrechte. Die Entwicklung zeigte, vor welchem gewaltigen Aufgaben die tschechische und die slowakische Gesellschaft nun steht. Kompliziert wurde alles durch den plötzlichen Zerfall des Rats für gegenseitige Wirtschaftshilfe, des Warschauer Pakts und besonders durch den Zerfall der Sowjetunion, des größten Handelspartners der Slowakei. Eine schwere Aufgabe bleibt der Übergang der ausgedehnten, doch wenig effizienten Wirtschaft zu einem Marktmechanismus, ihre Privatisierung und Reorientierung auf die Weltmärkte. Ein Schlüsselproblem stellt auch die staatrechtliche Regelung dar.

Die ersten freien Wahlen im Jahre 1990 waren mehr als Plebiszit im Vergleich mit dem vorigen kommunistischen Regime. Die Komponenten einer modernen politischen Struktur waren mehr sichtbar während des Jahres 1992.

Große Veränderungen wurden auch bei der Entwicklung der slowakischen Staatlichkeit verwirklicht.

Monate und Jahredauernde Diskussionen und Streiten über die Stelle der Slowakei im Staat, der umgenannt auf Tschechische und Slowakische Föderative Republik wurde, begonnen schon die unvermeidliche Transformation der Gesellschaft gefährden. Es zeigte sich, dass die Meinungen über die Staatsveranstaltung in beiden Republiken sehr verschieden waren. Die tschechische öffentliche Meinung und auch die Überwiegung von Politikern führte zum Variant des zentralistichen Models, höchstens zur kompromitierende “enge Föderation”. In der slowakischen Politik und auch in der öffentliche Meinung überwiegen die Vorstellungen über eine freiere Verbindung. Anschließend Vereinbarung der Representationen von beiden Republiken, die aus den Wahlen im Jahr 1992 stammten, zur Enstehung von zwei selbstständigen Staaten führte.

Im September 1992 nahm der Slowakische Parlament die Verfassung der Slowakischen Republik an. Und so am 1. Januar 1993 ist der neue Staat auf die Bühne der Geschichte der Welt aufgestiegen. Es wurde der erste Präsident der Slowakischen Republik - Michal Kovac - gewählt, formierten sich die Slowakische Armee, selbstständige Währung, ausländische Vertretungen. Die Slowakei verschaffte sehr schnell die diplomatische Anerkennung der bedeutendsten Staaten der Welt, wurde in die Organisation der Vereinten Nationen (19. 1. 1993) in die Europarat (30. 6. 1993) und in andere internationale Organisationen angenommen.

Aus dem Bratislavaer Burg, wo das Slowakische Parlament Sitz hat, sieht man Gebiete zwei benachbarten Staaten - Ungarns und Osterreichs. Bereits diese Tatsache ist bemerkenswert und eine Ausnahme. Ausserdem auf dem westlichen Horizont zeichnen sich die Konturen der UNO City - eines der Sitze der VN in Wien ab. In der Zeiten der Diktatur und des eisernen Vorhangs stärkte dieser Blick die Hoffnungen. Er erinnerte an die Zugehörigkeit der Slowakei, ihrer Geschichte und ihrer Vergangenheit zu der großen Familie der Nationen von Europa.

Autor

Der Autor, Dr. Lubomir Liptak, ist wissenschaftlicher Mittarbeiter des Historischen Institutes der Slowakischen Akademie der Wissenschaften in Bratislava.

Der Autor beteiligte sich an einem öffentlichen Wettbewerb des Ministeriums für internationale Beziehungen der Slowakischen Republik und hat für seine Arbeit “Die Geschichte der Slowakei und der Slowaken” den Preis des Ministers erhalten.

Herausgeber: Ministerium für Aussenpolitik der Slowakischen Republik, Sektion für Presse und Information
Autor: Dr. Ľubomír Lipták
Redaktion: Dr. Dušan Škvarna, Dr. Marta Schwanzerová