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Religion

Religion

Am 1. Januar 1993 ist ein neuer, unabhängiger europäischer Staat entstanden - die Slowakische Republik. Damit erfüllten sich die langen und mühevollen Emanzipationsbestrebungen des slowakischen Volkes unter den Bedingungen des Demokratisierungsprozesses der Gesellschaft nach dem Fall der kommunistischen Herrschaft im November 1989.

Auf Grund ihrer geographischen Lage im mitteleuropäischen Raum befand sich die Slowakei bereits in früher Vergangenheit am Kreuzweg politischer und geistlich-kultureller Einflüsse aus Ost und West. Historisch belegt ist die Tätigkeit irisch-schottischer und fränkischer Missionare unter der slawischen Bevölkerung im 7. und 8. Jahrhundert. Zur Christianisierung der slawischen Stämme, welche das Großmährische Reich bildeten, hatten die aus Byzanz entsandten Missionare Konstantin und Method den wesentlichen Beitrag geleistet. Im Jahr 863 wurden auf Wunsch des großmährischen Fürsten Rastislav diese aus Saloniki (Thessaloniki) stammenden Brüder vom byzantinischen Kaiser Michael III. mit der Mission betraut. Nach dem Eintreffen einer großen Zahl lateinischer Geistlicher aus dem Ostfränkischen Reich setzte sich nach dem Jahr 874 unter der Herrschaft des Fürsten Svätopluk das westliche lateinische Ritual durch.

Der Einfall magyarischer Stämme in die Niederungen unterhalb des Karpatenbogens brachte zu Beginn des 10. Jahrhunderts den Untergang des Großmärischen Reiches mit sich. Die Siedlungsgebiete der Slowaken wurden in den ungarischen Staat eingegliedert, in welchem sie über 1000 Jahre hinweg verblieben. Diese Jahrhunderte andauernde Vorherrschaft der Ungarn hatte ihre spezifischen Auswirkungen auf die Lebensbedingungen und die kultur-politische Entwicklung der slowakischen Bevölkerung. Daneben prägte auch das Christentum die Geschichte und Kultur der Slowaken in besonderer Weise. Mehr als 4,5 Millionen Bürger, ungefähr 84% der Gesamtbevölkerung, bekannten sich bei der Volkszählung im Jahr 2001 zu den registrierten Kirchen und Religionsgemeinschaften.

Im Zuge der gesellschaftspolitischen Veränderungen in der Slowakischen Republik wandelte sich auch die Position der Kirche und der Religionsgemeinschaften. Sie erlangten eine freie und unabhängige Stellung, wodurch sich ihnen gleichzeitig vielfältige Betätigungsmöglichkeiten eröffneten. Mit dem Gesetz Nr. 16/1990 Gbl. wurde die staatliche Überwachung der Kirche, die in der Zeit der kommunistischen Diktatur manipuliert war, aufgehoben. Das Ministerium für Kultur der Slowakischen Republik als zentrale staatliche Behörde in Sachen Kirchen und Religionsgemeinschaften ist gegenüber diesen nicht weisungsberechtigt. Vielmehr kooperiert der Staat mit den registrierten Kirchen und Religionsgemeinschaften auf partnerschaftlicher Basis, er fördert ihre gemeinnützigen Aktivitäten, garantiert ihre rechtliche Stellung und ihre Beteiligung am öffentlichen Leben. Grundsätzliche Fragen der Beziehungen zwischen Staat und Kirche sind vor allem in der Verfassung der Slowakischen Republik und im Gesetz Nr. 308/1991 Gbl. über Religionsfreiheit und Stellung von Kirchen und Religionsgemeinschaften geregelt. Die Problematik der Registrierung von Kirchen und Religionsgemeinschaften behandelt neben dem bereits genannten Gesetz auch das Gesetz des Slowakischen Nationalrates (SNR) Nr. 192/1922 Gbl. Die Frage der wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Staat und Kirche regelt bisher das Gesetz Nr. 218/1949 Gbl. über die wirtschaftliche Absicherung der Kirchen und Religionsgemeinschaften in der Fassung des Gesetzes Nr. 16/1990 Gbl. und des Gesetzes Nr. 522/1992 Gbl.

Die positiven Beziehungen zwischen Staat und Kirche zeigen sich auch daran, dass der Staat nach dem Haushaltsgesetz den Kirchen und Religionsgemeinschaften jährlich zweckgebundene Mittel zur Verfügung stellt.Davon werden die Gehälter von Geistlichen und Religionslehrern, Deckungsbeiträge für die zentrale Verwaltung der Kirchen und Religionsgemeinschaften sowie Reparaturen, ggf. Neubauten sakraler Objekte finanziert.

In der Slowakischen Republik sind 15 registrierte Kirchen und Religionsgemeinschaften tätig. Die mitgliederstärkste ist die römisch-katholische Kirche mit ungefähr 3,7 Mio. Gläubigen. Zur evangelischen Augsburger Kirche bekennen sich ungefähr 372.000 Bürger, zur griechisch-katholischen 219.000, zur reformierten christlichen Kirche 109.000, zur orthodoxen Kirche 50.000, zur Religionsgemeinschaft der Zeugen Jehovas mehr als 20.000 Bürger. Auf dem Gebiet der Slowakischen Republik leben gegenwärtig etwa 2.300 Angehörige der jüdischen Gemeinde. Daneben gibt es weitere kleinere protestantische Kirchen, deren Gemeinden einige hundert bis zu sieben- oder achttausend Mitglieder umfassen.

Die Kirchen und Religionsgemeinschaften genießen als juristische Personen Versammlungsfreiheit und sie haben das Recht, Gemeinden, Orden, Gesellschaften und änliche Gemeinschaften bilden. Das Kulturministerium registriert gegenwärtig 45 geistliche Orden, deren Rechtsstatus von der zugehörigen Kirche abgeleitet wird.

Seit dem 14. Mai 1994 ist beim Kulturministerium ein Ökumenischer Kirchenrat registriert. Mitglieder sind die Evangelische Augsburger Kirche, die Reformierte Christliche Kirche, die Orthodoxe Kirche, die Brüderkirche, die Evangelische Methodistenkirche und die Tschechoslowakische Hussitenkirche in der Slowakischen Republik. Als Beobachter haben sich die Apostolische Kirche, die Brudergemeinschaft der Baptisten, die Glaubensgemeinschaft der Adventisten des siebten Tages und die Römich-katholische Kirche eintragen lassen.

Koordinierendes Organ der römisch-katholischen und griechisch-katholischen Diözesen ist die Bischofskonferenz der Slowakei. Als Dauerinstitution ist sie die Bischofsversammlung der Slowakischen Provinz, die gemeinsam einige pastorale Aufgaben der kirchlichen Provinz erfüllt.

Das Innenministerium der Slowakischen Republik registriert etliche Bürgervereine religösen Charakters, die jedoch im Sinne des Gesetzes keine Glaubens- oder Religionsgemeinschaften darstellen.

Die Slowakische Katholische Charitas ist eine juristische Person, deren Tätigkeit sich hauptsächlich auf soziale und charitative Aufgaben erstreckt. Dies gilt auch für protestantischen Kirchen, die mittels spezialisierter Institutionen (Evangelische Diakonie, Betania, ADRA u.a.) auf diesem Gebiet tätig sind.

Beim Bildungsministerium der Slowakischen Republik sind mehr als 100 kirchliche Schulen unterschiedlichen Typs (Grundschulen, Gymnasien, Fachschulen und Sonderschulen) erfasst. Außerdem sind auf dem Gebiet der Slowakischen Republik einige theologische Fakultäten tätig.

Zu den Aktivitäten der Kirchen und Religionsgemeinschaften gehört auch die Pflege von Kontakten zu Partnern im Ausland. Außerdem treten die Kirchen verschiedenen internationalen Kirchenverbänden als Mitglieder bei, wie z.B. dem Weltkirchenrat, der Konferenz der Europäischen Kirchen und vielen weiteren. Ausländische Kirchen und Religionsgemeinschaften leisten den Kirchen in der Slowakischen Republik materielle und sonstige Hilfe, insbesondere für soziale und charitative Zwecke.

Zu erwähnen sind auch die Kirchenverlage, welche verschiedene Bücher, Zeitschriften, Audio- und Videokassetten mit religiöser Thematik herausgeben. Die Kirchen und Religionsgemeinschaften haben Zugang zu den elektronischen Medien in Form regelmäßiger Religionssendungen im Slowakischen Rundfunk und Fernsehen. Das soziale Engagement der Kirchen in der Slowakei ist vielfältig. So betreuen sie Verurteilte in Haftanstalten, Alkohol- und Drogenabhängige, stellen Pflegedienste in Krankenhäusern, sie gründen und betreiben Kinderheime, Obdachlosenasyle, Heime für verlassene Mütter mit Kindern u.ä.